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Übung der Betreuungsgruppe in Appener Kaserne

Letztes Wochenende freuten sich die meisten auf ein langes Wochenende. Die Helfer des DRK Rellingen freuten sich allerdings auf etwas anderes, denn es fand eine umfangreiche Betreuungsübung statt.

Wir befanden uns in der Marseille Kaserne in Appen. Abgeschottet von äußeren Einflüssen und viel Platz. Vormittags war es reine Routine Arbeit – Material überprüfen, Zeltaufbau und unseren Arbeitsplatz einrichten. Gegen Mittag kam auch eine Vertretung vom Kreis, um die Arbeitsmittel auf ihre Ordnung zu überprüfen.
Bis hier hin wiegten sich die Helfer in Ruhe und Sicherheit.
Gegen frühen Nachmittag kamen dann die restlichen Helfer und die eigentliche Übung konnte beginnen. Das Szenario: In Halstenbek hat eine große Wohnanlage zum Teil gebrannt. Die Bewohner mussten evakuiert werden, wurden registriert und dann in eine Notunterkunft gebracht. Diese befand sich auf dem Kasernengelände. Natürlich alles rein fiktiv.

Die Aufgabe unserer Gruppe zu Beginn lautete „150 Personen wurden evakuiert und registriert. Die Wohnungen sind nicht freigegeben bzw. bewohnbar. Es konnte in Appen bestimmte Gebäude für eine Notunterkunft zur Verfügung gestellt werden. Wir bekamen den Befehl, eine Bettenbelegung der Betroffenen zu organisieren und am Ende die Unterkunft zu leiten.“
Das klang zu Beginn noch ganz einfach. Der erste Bus fuhr kurze Zeit später ein und auf Kommando lagen bei den Helfern 50 Registrierungskarten für die Planung. 20 Minuten später die nächsten 50 Karten. Und kurz darauf eine Meldung über Funk: Das Feuer ist auf weitere Gebäudeteile über gegangen.  Es kommen noch weitere 100 Personen.
Um das Szenario echt wirken zu lassen, haben die Übungsleiter permanent mit sich und „anderen“ Streifen über Funk Kontakt gehalten. Tatsächlich saßen da die Übungsleiter mit einem Plan von zehn Streifen, um die Betroffenen auf ihr Zimmer zu geleiten, der Registrierung, einer Verbindung zur Kaserne und vielen mehr, die sie letzten Endes alle selbst gespielt haben. So hatte unsere Gruppe im windigen Zelt nicht nur konzentriert zu arbeiten, sondern auch eine realistische Geräuschkulisse. Sehr häufig wurden sie nicht nur vom Gruppenführer, nein auch von den „anderen“ Stationen angefunkt und mit Fragen oder Aufforderungen aus der Ruhe gebracht.
Zwischendurch gab es immer wieder die Information, dass der Brand sich vergrößerte. In der Spitze waren so 500 Betroffene zu begleiten. Immer wenn die Helfer ihren Rhythmus gefunden haben, kamen neue Aufgaben auf Sie zu . So wurde zum Beispiel ein komplett besetztes Gebäude vom Ordnungsamt gesperrt. Wieder kamen unsere Kameraden ins Schwitzen und arbeiteten auf Hochtouren.
Am Ende dieser Übung stand, auch eine sehr wichtige Erkenntnis: Wir finden uns immer in unvorhergesehenen Szenarien wieder. Nicht nur die Betroffenen, auch die Helfer stehen unter starken Stress. Um damit bestmöglich umgehen zu können, muss die Zusammenarbeit immer wieder gefördert und gefordert werden. Das haben wir erfolgreich getan.

Gegen Abend war die Übung beendet. Das Abendessen war redlich verdient. Geplant war nun, den Abend in Ruhe ausklingen zu lassen und die Nacht auf den eigens mitgebrachten Feldbetten zu verbringen. Sonntag war die Abreise angesetzt. Zuvor musste das gesamte Material wieder überprüft, gereinigt abgebaut und verstaut werden. Sonntag um 17:00 Uhr konnten dann die letzten Helfer ihr langes Wochenende antreten.

10. Oktober 2016 15:38 Uhr. Alter: 2 Jahre